Wärmeindikator
Die Grünlandtemperatursumme
Pflanzen zählen keine Kalendertage, sie sammeln Wärme. Die Grünlandtemperatursumme – kurz GTS – macht genau das messbar: Sie summiert die positiven Tagesmitteltemperaturen seit Jahresbeginn auf und zeigt so, wie weit die Vegetation energetisch ist.
So wird gerechnet
Nur positive Tagesmitteltemperaturen zählen; negative Tage tragen 0 bei. Frühe Wärme wirkt weniger stark, deshalb werden Januar und Februar abgewertet:
| Januar | × 0,5 |
| Februar | × 0,75 |
| ab März | × 1,0 |
GTS = 0,50 × Σ positiver Tagesmittel im Januar
+ 0,75 × Σ positiver Tagesmittel im Februar
+ 1,00 × Σ positiver Tagesmittel ab MärzWas die Schwellen bedeuten
unter 170
Vegetationsbeginn noch nicht unmittelbar erreicht
Die gesammelte Wärme reicht noch nicht für nachhaltiges Wachstum. Einzelne milde Tage können den Wert aber rasch steigen lassen.
170 bis unter 200
Der Vegetationsbeginn nähert sich
Erste Wachstumsimpulse sind zu erwarten. In der Praxis der Landwirtschaft beginnt hier die Vorbereitung auf die Saison.
ab 200
Klassische Schwelle erreicht
Der nachhaltige Vegetationsbeginn gilt als erreicht. Die Zahl ist ein bewährter Anhaltspunkt, keine scharfe Grenze.
Wichtige Einschränkung
Die GTS ist ein Wärmeindikator – sie kann den Vegetationsbeginn im Frühjahr gut beschreiben, aber nicht alle zehn phänologischen Jahreszeiten bestimmen. Fruchtreife, Blattverfärbung und Blattfall hängen zusätzlich von Tageslänge, Wasserversorgung und Sortenwahl ab. Wir nutzen die GTS deshalb als ergänzenden Indikator, nie als alleinige Methode.